• Transalp Lindau – Gardasee

    Eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike ist ein besonderes Erlebnis für jeden Radsportbegeisterten und Alpenfan. Eine ziemlich harte Tour, die sich bei guter Kondition in 8 Tagen schaffen lässt, beginnt in Lindau am Bodensee und führt über Österreich und die Schweiz an den Gardasee. Insgesamt müssen rund 620 Kilometer zurückgelegt werden und dabei werden über 17000 Höhenmeter glatt gebügelt. Die Eckdaten versprechen also schon vorab eine Tortur, die zu erwartenden Highlights sind aber nicht von der Hand zu weisen.

    Etappe: Lindau – Bregenz – Rheineck – Heiden – Gais – Weissbad – Schwägalp

    Länge:  75,4 Kilometer I Höhenmeter:   1861

    Etappe: Schwägalp – Lutertannen – Risipass – Stein – Hinterhöhi – Amden – Weesen – Glarus

    Länge: 49,6 Kilometer I Höhenmeter: 1187

    Etappe: Glarus – Sool – Engi – Matt – Risetenpass – Weisstannen – Mels – Landquart – Schiers

    Länge: 77,3 I Höhenmeter: 2048

    Etappe: Schiers – Küblis – Klosters – Davos – Dürrboden – Scalettapass – S-chanf

    Länge: 65,6 I Höhenmeter: 2159

    Etappe: S-chanf- Passo Chaschauna – Livigno – Passo d´Eira – Passo della Vallaccia – Pass da Val Viola – Campo – Poschiavo – Tirano

    Länge: 85,7 I Höhenmeter: 2586

    Etappe: Tirano- Lago Belviso – Passo Venerocolo – Schilpario – Passo Vivione

    Länge: 53,6 I Höhenmeter: 2806

    Etappe: Passo Vivione- Rif. Bagazzo – Passo Campelli – Breno – Passo Crocedomini – Passo Maniva – Passo Dosso Alto – Anfo – Idrosee

    Länge: 83,6 I Höhenmeter: 2351

    Etappe: Anfo – Storo – Passo Tremalzo – Passo Nota – Pregasina – Riva – Torbole

    Länge: 69,7 I Höhenmeter: 1766

    Der erste Tag führt von Lindau, was übrigens hervorragend mit dem Zug von nahezu allen Städten zu erreichen ist, über Bregenz, Rheineck, Heiden, Gais, Weissbad nach Schwägalp. Insgesamt werden am ersten Tag 75,4 Kilometer zurückgelegt und knapp 1900 Höhenmeter abgefahren. Der Einstieg in diese Transalp gelingt mühelos, gemütliches dahinrollen auf gut befestigten Wegen ohne Steigungen machen Lust auf mehr. Beinahe beiläufig passiert man auf dem Bodenseeradweg, entlang des wunderschönen Bodenseeufers, erst die Grenze von Österreich und dann die Grenze zur Schweiz.
    Im schweizerischen St. Magarethen stehen die ersten Anstiege an, in der Ferne erkennt man schon das Tagesziel: die Schwägalp. Die Strecke dorthin verläuft über einen Schotterweg der einer Berg- und Talbahn gleicht. Mit schwerem Rucksack auf dem Rücken wirklich eine Tortur, sofern man nicht gründlich trainiert hat.


    Der zweite Tag ist mit 50 Kilometern das kürzeste Teilstück und dank der mickrigen 1200 Höhenmetern ideal um die schweren Beine vom Vortag etwas zu entspannen. Die Route führt von der Schwägalp über einige Pässe nach Glarus. Zu Beginn der Tagesetappe geht es erstmal lange bergab. Der wunderschöne Singletrail ist nichts für Einsteiger, die Unterarme werden durch das starke Gefälle und die zunehmend stärker werdenden Bremsmanöver besonders beansprucht. Die Strecke bietet einen besonders schönen Rückblick auf das Säntismassiv. Die Etappe führt an einigen Seen vorbei und die örtlichen Quellen füllen die Kraftspeicher auf. Das Panorama der Glarner Alpen entschädigt für eine ermüdende Schiebepassage.
    Die dritte Etappe ist der Beginn der wahren Tortur: 77 Kilometer und 2048 Höhenmeter. Von Glarus geht’s nach Schiers. Knackige und lange Anstiege zerren stark an den Nerven und den Muskeln. Die Route ist mit engen Singletrails gespickt und entschädigt durch atemberaubende Ausblicke. Ein Pass nach dem anderen wird passiert. Schneebedeckte Gletscher sorgen für das typische Alpenflair.
    Am vierten Tag wird es wieder ein Stück schwerer. Zwar nur 66 Kilometer lang, aber immerhin 2200 Höhenmeter. Von Schiers geht’s nach Schanf. Das Tageshighlight ist sicherlich das Passieren des bekannten Wintersportort Davos und der besonders schöne Scalettapass. Dieses Teilstück der Alpenüberquerung ist prädestiniert für zahlreiche Fotoaufnahmen.
    Der fünfte Tag wartet mit der Königsetappe. 86 Kilometer und 2600 Höhenmeter, vorbei an Livigno nach Tirona. An diesem Tag werden drei Landesgrenzen überfahren. Das Ziel Tirano liegt bereits in Italien und überrascht mit mediterranem Flair. Alternativ zur Abfahrt lässt sich auch eine Fahrt mit dem bekannten Glacierexpress organisieren. Sollte einem unterwegs also die Puste ausgehen, gibt es Abhilfe.
    Tag sechs ist was für Kletterspezialisten. Über 2800 Höhenmeter sind zu überfahren. Das Ziel ist der Passo Vivione. Die Strecke ist mit Schotterpisten gespickt. In den Höhenlagen kommen auch mal größere Brocken hinzu, die ein Schieben unumgänglich machen. Je nach Wetter kann es hier besonders heiß werden. Noch einmal liegen traumhafte Panoramablicke vor einem. Diese Gelegenheit sollte man noch mal nutzen und hier und da inne halten.
    Die vorletzte Etappe (Tag 7) ist mit 84 Kilometern und 2400 Höhenmetern noch mal besonders knackig. Gletscherseen begleiten die Route und ein See ist auch das Ziel: der Idrosee.
    Der letzte Tag (8) ist zwar mit 70 Kilometern und 1800 Höhenmetern nicht zu unterschätzen, doch mit ordentlich vielen Glückshormonen im Blut und den Highlights eines jeden Bikers lässt sich auch diese Etappe schaffen. Highlights sind hier die spektakuläre Abfahrt vom Tremalzo Pass. Auch die Pregasina Straße lässt Bikerherzen höher schlagen. Über Riva del Garda geht es nach Torbole.
    Die Rückfahrt lässt sich bequem mit einem Zug bewältigen.